Argumentationslogik

argumentationslogik.ch

Altes Wissen für eine neue Beratung

Beitrag von Heiner Dübi, Inhaber der CARDUN AG, Begründer der Spiralrhetorik™ Beratung & Coaching & Supervision, Winterthur

Liebe Besucherin, lieber Besucher
Sie lesen die Zusammenfassung der ehemaligen Websites www.cardun.ch und www.argumentationslogik.ch. Dieser Themenbereich mit 25-jähriger Erfahrung ist neu in www.spiralrhetorik.com integriert. Das Skript ist auch als pdf zum Download eingefügt. Sie befinden sich bereits auf der neuen Beratungswebsite der CARDUN AG. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Argumentationslogik

A: Aufforderung

"Die Argumentationslogik muss von Führungskräften unbedingt beherrscht werden. Ohne ihre Anwendung kann der Wert einer unvollständig begründeten Behauptung nicht ausgemacht werden." Dieses Zitat stammt von Rupert Lay, mit dem ergänzenden Hinweis, dass die meisten Menschen und Führungskräfte unvollständig argumentieren. Wer diesen Wink mit dem Gartenzaun aufnimmt, will sich in Argumentationslogik üben, um sich

•    in der Klarheit seiner Kommunikation auszubilden,
•    als Führungskraft weiterzubilden und
•    als Führungspersönlichkeit wahrgenommen zu werden.

B: Persönliches Statement

"Ich hatte gemerkt", erzählt einer unserer Seminarteilnehmer, "dass ich und meine nächsten Führungskräfte tatsächlich ungereimt argumentierten, gar sinnwidrig entschieden und damit nicht nur ökonomisch-fachlich, sondern oftmals auch sozial- menschlich mit grossen Verlusten kommunizierten. Kein Wunder, dass Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten etc. kaum mehr Vertrauen in unsere Unternehmensführung zeigten. Viele konnten deshalbwenig Vertrauen in die Qualität unserer Produkte aufbauen. Wir Führungskräfte produzierten viel zu viele Reibungsverluste, statt schlanke, klare und optimale Voraussetzungen zu schaffen, um sinnvoll gegen die gegenwärtigen unternehmerischen Bedingungen und künftigen marktwirtschaftlichen Probleme anzukämpfen."

Dieses Zitat zeigt eindrücklich, dass Führung ohne die Anwendung von Argumentationslogik wertvernichtend sein kann. Dass der Wert einer unvollständig begründeten Behauptung sowohl bei sich selbst wie auch bei Dritten nicht ausgemacht werden kann, gründet in der Philosophie und Unternehmenskultur. Die dafür zu beherrschende Matrix einer vollständigen Argumentation kann an keiner Hochschule, jedoch bei der CARDUN AG seit 10 Jahren erlebt und bis zur Beherrschung erlernt werden. Wir haben dazu eigens einen ausgeklügelten Lehrgang entwickelt, der Argumentationslogik im Einzelcoaching oder in einer Gesamtschulung auf leichte und spielerische Weise, in aller Tiefe ihrer Kraft und Praxis gelernt werden kann.

C: Wissen

Eine Kommunikationseigenschaft und damit die Fähigkeit, qualitativ überdurchschnittlich zu kommunizieren, entwickeln sich stets im spontanen Sprachspiel. Dieses spontane Sprachspiel muss jedoch gewissen Gesetzen gehorchen und in einer Unternehmenskultur verankert sein. Das zu erlernende Sprachspiel ergibt für jeden einzelnen Menschen die Regel:

"Ich will wissen, was mein eigenes oder ein fremdes Argument wert ist." "Ich muss wissen, unter welcher Voraussetzung der andere etwas weiss, was ich nicht weiss."

Selbstverständlich sind diese Regeln reversibel: sie dürfen von Dritten auch gegen das das eigene Selbstverständnis angewendet werden. Nur so ist koordinative Interaktion, eine Kommunikation auf gleicher Augenhöhe zu erreichen. Diese rhetorischen Regeln erfordern während des Sprechens ein spontanes Nachdenken, ein inneres Schauen und die Koordination der eigenen Sprachsätze. Sie bilden die Voraussetzung, dass mehrere subjektiv denkende Menschen, die kraft ihres Wissens und Gewissens tatsächlich kooperieren und miteinander kommunizieren.

D: Ein weiteres Statement

Eine weitere Führungskraft, die ein Coaching in Argumentationslogik besuchte sagte es so: "Was für andere gilt, gilt auch für mich selbst. Auch ich muss wissen, was mein Argument hergibt und ob ich mein Sprechen und Handeln vertreten kann. Ich verlange von mir, dass ich das Unzutreffende meiner eigenen Argumentation selber darstellen kann! Nur so habe ich Gewähr, dass meine tatsächliche Argumentation während dem Sprechen bei mir wie auch bei Dritten Gehör und Verständnis finden kann."

Wie viele Entscheidungen müssten mit dieser Weisheit nicht mehr rückgängig gemacht werden? Viele Entscheidungsfehler könnten vermieden und schwierige Entscheidungen besser getroffen werden.

E: Training und Bewusstseinserweiterung

Wie genau eine Führungskraft mit einem unzutreffenden Argument von ihr selbst oder einem unvollständigen Argument Dritter in der Praxis umgeht, hängt stets von der kommunikativen Situation und der eigenen Leistungsfähigkeit, Norm und Beurteilungsfähigkeit ab. Auch Schlagfertigkeit und Folgebewusstsein ergänzen das Training. Interaktives Bewusstsein ermöglicht stets aus einer fairen Haltung heraus die Übersicht über die Kommunikation.

Die CARDUN AG definiert Fairness als eine Vorgehensweise, die den einzelnen Menschen im Verlauf einer Kommunikation Werte wie Gerechtigkeit, Würde, Friede und Freiheit erleben lässt:

•    Gerechtigkeit als Bedürfnisgerechtigkeit,
•    Würde als Eigenschaft, die es ausschliesst, sich selbst oder andere zum blossen Mittel von
      Handlungen und Entscheidungen zu machen, sowie als Begabung, eigene Entscheidungen und
      Handlungen, die das Leben anderer betreffen, zu begründen und zu verantworten,
•    Frieden als Konfliktfähigkeit,
•    Freiheit als selbst-verantwortete Entfaltung zu eigenem und fremdem Nutzen.

F: Philosophischer Hintergrund

Wer Argumentationslogik beherrscht, kommt leichter in seine Macht und kann auf positive Weise Welten bewegen! Selbst wenn ein Mensch das Unzutreffende in keiner Weise darstellen kann, ist es für ihn wichtig zu wissen, was ein Argument im Moment hergibt. Nur so entsteht eine wechselseitige, auch fehlertolerante Antwort- und Entscheidungskultur.

Argumentation ist ein System in den verschiedenen Räumen der Zeit. Im argumentationslogischen Denken liegen Räume und Sprache ineinander. Sprache wird von jedem subjektiv argumentierenden Menschen in drei gänzlich verschiedenen Zeiträumen erlebt, die den drei Grundkategorien

•    Vergangenheit = Voraussetzung,
•    Gegenwart = Einzelfall und
•    Zukunft = Lösung und neue Voraussetzung entsprechen.

Wer dieses Sprachspiel versteht, wird zu einer Führungspersönlichkeit, die nicht nur in Prozessen denken kann, sondern keine Herausforderung scheut und nichts übereilt. Diese ureigene Kreativitäts- und Innovationserfahrung besteht in der intuitiven und mentalen Erkenntnis,

•    dass die Voraussetzungen für eine Problemlösung und Entscheidung immer schon da sind. Man
      muss sie in der Kommunikation und mit den Menschen wachsen lassen. Das zeigt sich nur schon
      darin, dass Bedingungen für eine optimale Problemlösung und wegweisende Entscheidungen von
      den einzelnen Menschen mit ihren subjektiven Erfahrungen immer als permanente Vergangenheit
      wahrgenommen werden. Deshalb ist die sprachliche Form jeder Voraussetzung und Bedingung
      analytisch guter Ideen die der Erzählung. Die Erzählung wiederum benutzt den Imperfekt (das
      Vergangenheits-Tempus) und verwendet die Personalpronomina der dritten Person (er / sie / es /
      jeder, der / alle; man) sowie die Sachpronomina (es / alles, was) oder die Zeitform (immer, wenn;
      etc.). Sie sind allgemein verständlich und für jeden einsichtig. Einsicht kann sinnvoll oder richtig,
      muss aber deswegen noch lange nicht vernünftig sein. Ist sie jedoch nicht sinnvoll oder gar falsch,
      kann sie bestimmt nicht verständlich und vernünftig sein!
•    dass der Einzelfall, an dem die Voraussetzungen auf ihren Wert ausgemacht werden, die
      unmittelbare Begegnung des einzelnen Menschen mit einer absoluten Andersheit, dem Du, dem
      Beispiel und dem wirklichen Ereignis (den eintreffenden Fakten) ausdrückt. Der zeitliche Modus des
      Ereignisses ist der einer allzeit-erneuerten, ständigen Gegenwart. Die sprachlichen
      Ausdrucksformen des Einzelfalls sind die des Dialogs, also des Präsens (Gegenwart) und der
      ersten und zweiten Person (ich / du).
•    dass die Lösung schlussendlich auf eine immer-kommende Zukunft hindeutet, deren
      grammatikalische Merkmale die der Gemeinschaftssprache, nämlich das Futurum (Zukunft) und die
      erste Person des Plural (wir) sind.

Ein Beispiel: Eine Familie entscheidet, ihr Familienunternehmen zu verkaufen. Die Voraussetzungen, unter welchen Aspekten und unter welchen Bedingungen die Firma sinnvoll zu verkaufen ist, sind allesamt in der Vergangenheit entstanden. Die Familie sitzt in wechselseitigem, regem Austausch zusammen. Sie überprüft, ob eine Mehrheit der Bedingungen, die zum Firmenverkauf führen, im real einzutreffenden Einzelfall oder in eventuell nicht-eintreffenden Geschehnissen mit sinnvollem Aufwand erfüllt werden können. Die Familie entscheidet sich, aufgrund der Bedingungen und der einzutreffenden Einzelfälle zum Verkauf des Unternehmens – und kann diesen Schritt argumentieren.

Argumentationslogik ist daher eng verbunden mit Diskurstechnik (www.diskurstechnik.ch). Der philosophische Hintergrund wird im Einzel-Coaching oder in der Schulung praktisch gelernt. Er bildet also keine Voraussetzung, um sich für ein Coaching anzumelden oder am jährlichen Kurs Argumentieren: Prozesse erkennen teilzunehmen.

G: Anwendung in der Praxis

Ein Wir-Feld besteht also stets in der Lösung einer Aufgabe und deutet immer auf eine "kommende Zukunft" hin. Ein solches Wir-Feld, das sich auf den Einzelfall und die Voraussetzungen abstützt, bezeichnen wir als faire Vorgehensweise im Prozess der Entscheidfindung. Doch nicht nur die Entscheidfindung beruht auf drei Grundkategorien, sondern auch die Kommunikation.

Kommunikation beruht auf den drei Grundfesten des Hörens, des Sprechens und der Kundgebung der Einstellung eines einzelnen Menschen im Rahmen einer Gesamtabsicht. Die drei Grundkategorien der Zeit und die drei Grundfesten der Kommunikation lassen sich individuell aufzeichnen, jedoch kein Mensch kann sie im Kommunikationsalltag voneinander trennen. Denn Hören ist immer schon Vergangenheit, Sprechen ist immer Gegenwart, Gesprochenes immer schon Vergangenheit. Diese Einsicht lehrt den einzelnen Menschen, das "Ego", sich beim Sprechen selbst zuzuhören:

•    Aufgrund von dem, was "Ego" gehört hat und was "Ego" sagt, gibt "Ego" seine Meinung und damit
      auch seine Einstellung kund.
•    Gibt ein anderer einzelner Mensch, das "Altero", seine Einstellung kund, kann "Ego" den Wert der
      Meinung oder Behauptung des "Altero" immer nur dann ausmachen, wenn "Ego" seine Begründung
      in der Gegenwart hört und auslotet, was „Altero“ ihm wirklich argumentiert hat.

Nur so entsteht eine Antwortkultur, die wirkliche Alternativen anbietet und bei der es nicht darauf ankommt, wer das letzte Wort hat!
Sich wechselseitig, individuell argumentierende Menschen und das Wissen beider um die Logik der vollständigen Argumentation machen

•    "Ego" und "Altero" kommunikationsfähig,
•    ein Unternehmen erfolgreich,
•    das Urteilsvermögen der beteiligten Menschen transparent und
•    die Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft mit einem gemeinsamen Wertesystem erfolgreich.

H: Fassen wir die bisherigen Ausführungen zusammen

Die Argumentationstechniken vieler Führungskräfte sind im Netz moderner Philosophie mangelhaft strukturiert und, trotz der Aufteilung in Vor- und Nachteile, oftmals auch sinngemäss falsch ausgerichtet. Wie so vielen Menschen genügen leider vielen Führungskräften nicht-zusammenhängende Argumente, um eine Meinung anzunehmen oder abzulehnen. In einer solchen Entscheidfindungs- und Problemlösungszeremonie kann das Ja gerade so falsch wie das Nein sein. Die Argumentation wird unvollständig und führt, meistens nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum, zu faulen Kompromissen im Level eines Mittelmasses. Im globalisierten Markt und unter dem Label der fairen, transparenten und diskreten Unternehmenskultur genügen die Fähigkeiten, mittelmässig zu führen, nicht mehr. Mittelmässig argumentierende Menschen finden sich allerdings noch heute in vielen Führungsetagen wieder. Viele sind in der jüngsten Vergangenheit als Steine in der Architektur eines totalitären Karrieresystems aufgestiegen und höchstens durchschnittlich konfliktfähig. Mittelmass und Konfliktunfähigkeit haben jedoch nichts mit Persönlichkeiten, sondern mit mangelnder Argumentationskraft und mangelhafter Selbstreflexion zu tun. Dieser emotionale und soziale Mangel in der Argumentationsfähigkeit eines einzelnen Menschen ist zum Beispiel in professionellen Kreuzfeuerinterviews leicht auszuloten. Auch dafür bieten wir Trainings an!
Unternehmen, die die Summe aller Erfahrungen als vernünftig bezeichnen, statt über Argumentationstechniken zu verfügen, die einzelne Menschen am Sinn einer Lösung partizipieren lassen, gefährden wegen dem Mittelmass und der Konfliktunfähigkeit ihrer Führungskräfte sowohl fachlich wie im zwischenmenschlichen Interaktionsbereich unter Umständen Professionalität und Beständigkeit. Sie setzen die Beständigkeit und Professionalität ihrer Unternehmen zumindest leichtfertig aufs Spiel. Die mittelmässig-unvollständig argumentierenden Führungskräfte - die nur ihre Zukunft und Gegenwart, aber nicht deren Voraussetzungen kennen - laufen nämlich Gefahr, in der Allgemeinheit des Denkens aufzugehen. Dasselbe blüht über kurz oder lang ihren Unternehmen. Da ist höchste Vorsicht geboten, weil in den Methoden der mittelmässigen Argumentationspraxis die Person des Argumentierenden nicht vorkommt. Die Person löst sich im System eines system-immanent funktionierenden Unternehmens auf. Sie wird zum farblosen Systemagenten, und das Überleben des Unternehmens ist eine Frage der Zeit.

Führungspersönlichkeiten wollen überzeugende Kommunikations- und Verhandlungspartner sein. Sie wollen eine vollständige Argumentation anstreben. Führungsverantwortliche Menschen wollen auch bei anderen den Drang spüren, Argumente auf ihre rationale, emotionale und soziale Tragfähigkeit hin zu überprüfen. Eine Führungspersönlichkeit eröffnet nach dieser Definition in ihrem Beziehungsnetz ungeahnte Möglichkeiten für Abweichungen der Summe aller Erkenntnisse. Dies ist umso wichtiger, als die Vernunft als Summe aller Erkenntnisse, wie wir weiter oben gesehen haben, stets nur die Magd eines Interessens ist.

Eine vollständige Argumentation also bedingt stets eine bewusste Voraussetzung, mit der Lebenserfahrung, Wissen und Gewissen einer so und nicht anders argumentierenden Person mit anderen so und nicht anders argumentierenden Menschen wechselseitig verglichen werden können.
Die Fähigkeit, den fremden Standpunkt einer einzelnen Person zum Beispiel in einer Überzeugungsrede, Diskussion oder Debatte als natürliche Autoritätsperson und als koordinierter Dialogpartner vollständig zu argumentieren - bzw. Widersprüche zu integrieren oder vollständig zu eliminieren - und gleichzeitig am eigenen Standpunkt zu spiegeln, stärkt deshalb jede Beziehung und Interaktion - und, was dasselbe ist, das Ernstnehmen der sprachlichen Zeitformen und der einzelnen Menschen.

I: Vollständige Argumentation

Eine vollständige Argumentation

•    findet den Ausgangspunkt in der Persönlichkeit des argumentierenden Menschen,
•    setzt zwischenmenschliche Logik und Lebenserfahrung, Wissen und Gewissen des
      Argumentierenden voraus,
•    erlaubt, fremde Vorurteile aufzunehmen und mit eigenen zu zersetzen oder zu ergänzen,
•    befähigt, alle logisch-erlaubten Schlüsse empirisch zu erfassen und auf ihre reale Wertigkeit zu
      überprüfen,
•    erlaubt bei Problemlösungen und vor Entscheidfindungen in Alternativen zu denken,
•    findet insbesondere in der Überzeugungsrede, im Interview, in der Verhandlung und in der Debatte,
      aber auch in Gesprächen und Diskussionen, Problem- und Konfliktlösungen statt,
•    fördert die Reputation,
•    öffnet das Feld des Vertrauens,
•    hält die Balance zwischen Transparenz und Diskretion,
•    schützt argumentierende Führungskräfte und ihre Unternehmen vor unzulässigen Schlüssen und
      unfairen Angriffen.

Führungsverantwortliche Menschen, die sich dieser Tragweite ihrer Kommunikation bewusst werden, wirken überzeugender, sympathischer und integrativer. Gerade vor der Angst, in bestehenden Systemen und Machtstrukturen der eigenen Reputation und Autorität verlustig zu werden, kann das Training der Argumentationslogik helfen, die eigene Logik und Lebenserfahrung, das eigene Wissen und Gewissen in neue Beziehungen mit anderen Menschen zu setzen. Die der Argumentationslogik eigentümliche Verschränkung von Beobachter- und Beteiligungsperspektiven belebt den sich argumentierender Menschen als Treuhänder seiner Wahrheiten.

Die Führungskraft, die vollständig argumentieren kann, erwartet die Zukunft aller Dinge, Gedanken und Taten wechselseitig mit den anderen Menschen. Da dieses argumentative Denken - anstatt als blosse Möglichkeitserkenntnis - in seiner Vollständigkeit als Wirklichkeitserkenntnis in einer engen Verbindung mit der jeweiligen Unternehmenskultur und dem Urteilsvermögen aller Beteiligten steht, ist es stets neues Erfahrungsdenken und generiert, statt zirkulärer Wiederholung idealistischer Denkfehler, eine realere Zukunft und - im Rahmen eines gemeinsamen Wertesystems - eine faire, ökonomisch-ethische Unternehmenskultur.

J: Neue Erkenntnis

Mit der Fähigkeit, sowohl rational wie emotional und sozial vollständig zu argumentieren, entwickeln Menschen im Dialog eine wechselseitige subjektive Standpunktphilosophie. Sie sagen JA und Nein. Sie erleben die Tiefe der wechselseitigen (korrelativen) Kommunikation.
Diese drei Wörter "Ja, und, Nein" sind für das Bewusstsein der Führungskräfte wichtig. Mit dem Und, das die Verbindung der beiden Urworte Ja und Nein zum Ausdruck bringt, lernen Führungskräfte einander zur Sache Antworten zu geben und Fragen zu stellen. Sie konstruieren so auf der elementaren Ebene der umfassenden Logik, die aber schon als solche eine Sprachlogik ist, die Wirklichkeit möglichst realitätsnah. Sie gewinnen so an Überzeugungskraft! Indem vollständig argumentierende Führungspersönlichkeiten sich für Lebenserfahrung, Wissen und Gewissen Dritter interessieren, entwickeln sie die Voraussetzungen für eine natürliche Autorität wie auch für faire Verfahren. Sie erleben Veränderungen angstfrei.

K: Schlusskommentar

Die Grammatik der Rhetorik ist die Sprache der Erkenntnis. Die Grammatik konditioniert das Wissen, indem sie ermöglicht, die Ereignisse (Beispiele, Fakten, Einzelfälle, Behauptungen, Verhalten, Haltungen, Praktiken, Werte, Strukturen) in ihrem Zusammenhang - soweit es die kognitive Autonomie zulässt - vollständig zu rekonstruieren. Der Unterschied zwischen unvollständiger und vollständiger Argumentation liegt also nicht im Laut und Leise, sondern im Bedürfen des jeweils anderen, des "Altero" und des "Ego". Eine der wesentlichsten Fähigkeiten, etwas zu geben, ist deshalb Dinge sichtbar zu machen. Das Gegenteil wäre der Fall, Dinge als vernünftig zu erklären, nur weil deren Wert und Sinn für einen einzelnen Menschen nicht ausgemacht werden kann.

Dinge sichtbar zu machen, könnte ein neuer kategorischer Imperativ für Führungskräfte auf dem Weg zu Führungspersönlichkeiten werden. Für Führungspersönlichkeit handelt es sich bei den beiden Wörtern Ja und Nein nicht um den Gegensatz von zwei sich widersprechenden Prinzipien, sondern sie rufen in ihm persönlich einen Perspektiven-, und im Unternehmen einen Paradigmenwechsel hervor: Im persönlichen und unternehmerischen Erleben heisst die Negation "Nein", dass etwas in der Diskontinuität erlebt wird, während die Affirmation "Ja" hervorhebt, dass eine Mannigfaltigkeit von einer Mehrheit aller beteiligten Menschen in der Kontinuität erlebt wird. Das Bejahen und Verneinen gehören dem stummen Spiel einer Mengenlehre an, das sich beim Argumentieren, also jetzt, in die Stammworte der Grammatik verwandelt und sprachlich sichtbar wird. Mit dem stummen Spiel der Mengenlehre kann sich ein Unternehmen oder eine Persönlichkeit auch abgrenzen und innerhalb der eigenen Grenzen entwickeln. Während sich in einer Argumentationskette das gestalterische Ja zum Beispiel in ein Wertesystem wie Fairness verwandelt,

Vertrauen schafft Fairness.
Wir wollen Vertrauen.
Wir wollen Fairness schaffen.

wird die Verwandlung des Neins mit Hilfe eines Differenzierungsvorganges durchgeführt, in dem zum Beispiel Fairness durch die Abgrenzung zu andern Werten definiert wird.

Transparenz schafft Fairness.
Wir wollen keine Fairness.
Wir wollen keine Transparenz schaffen.

Die durch die Stammworte Ja und Nein eingeführte logische Ordnung in einer vollständigen Argumentation ist die Antwort auf die Notwendigkeit, die Sprache der Erkenntnis stets in einen Zusammenhang oder in eine Abgrenzung zu weiteren Alternativen einzuordnen. Führungskräfte, die dies können, machen ihr Unternehmen nicht nur transparent (sichtbar), sie konstituieren schliesslich - dank ihrer vollständigen Argumentation - die Realität ihres Unternehmens.

In der realistischen Argumentationspraxis bezieht sich die vollständige Argumentation auf das konkrete Ereignis der wechselseitigen Erfahrungszusammenhänge aller Beteiligten. Indem die Referenten der CARDUN AG in Einzel-Coachings oder Gesamtschulungen auf das personale Leben, insbesondere auf die Konfliktfähigkeit und Selbstreflexion der jeweiligen Führungskräfte intervenieren und in Beratungen von Einzelfällen oder einzelnen Menschen auf den konkreten Erfahrungszusammenhang in der bestehenden Unternehmenskultur rekurrieren, ermöglichen sie dem Klientel, diesen konkreten Erfahrungszusammenhang - einschliesslich seines Herkommens - kritisch zu reflektieren und schliesslich in den Erfahrungszusammenhang als Mitte der Erkenntnis aller Beteiligter zurückzuführen.

Argumentationslogik weist uns Menschen an, wie wir in einer verbalen Interaktion den Akzent auf die einwandfreie Kommunikation legen, um
•    mehr auf die Menschen zu achten, die wir überzeugen wollen,
•    mehr auf die Sache zu achten, von der wir überzeugen wollen,
•    eine Aussage korrekt zu konstruieren,
•    Gedanken richtig zu interpretieren und gleichzeitig ihre Bewegungen zu erfassen,
•    Zwischenmenschliche Stärken und Schwächen, Ängste und Kulturunterschiede zu erkennen,
•    den Gehalt von gesprochenen Sätzen auszuloten,
•    den Wert einer Argumentation auszumachen,
•    Sprachgrenzen zu überschreiten,
•    Sprachwelten zu entdecken und
•    zu beachten, dass wir einen Menschen nur überzeugen können, wenn keine emotionalen
      Widerstände vorhanden sind.

Im Sich-Bewusstsein der Argumentationslogik kommunizieren Sie überdurchschnittlich begabt.
Menschen, welche die Sprachform der Argumentation, die Argumentationslogik und die Promerkmale für ein Überzeugungsgegenstand verinnerlichen und beherrschen, um

•    richtig zuzuhören,
•    richtig darzustellen,
•    sich optimal auf die Gesprächspartner einzustellen und
•    richtig zu fragen,

sind einem emotional und asozial kommunizierenden Gegenüber oder einem logisch geschulten Gegner nicht mehr hilflos ausgeliefert. Sie wissen, was ihr eigenes und fremdes Argument wert ist, denn mit ihrer Fähigkeit, Argumentationslogik in der verbalen Interaktion anzuwenden, können sie

•    richtige Schlüsse ziehen,  
•    Fehlschlüsse überdurchschnittlich gut erkennen,
•    den Wert einer unvollständig begründeten Behauptung ausmachen und
•    Ihre Sympathie erweitern.

Sie entschleunigen jedes Gespräch und halten radikalen Respekt vor dem andern.

Argumentationslogik ist neben der Körpersprache das Herzstück jeder erfolgreichen Kommunikation. In Kenntnis der Argumentationslogik können Sie den Wert einer Aussage erkennen. Führungskräfte, Mitarbeiter, Verwaltungsräte, Vorstände und Aufsichtsräte etc. müssen wissen, was ihr eigenes und ein fremdes Argument wert ist.

I: Integration der Argumentationslogik in die Spiralrhetorik™

Argumentationslogik

Die Grafik zur Integration der Argumentationslogik und weiterem alten "Wissen für eine neue Beratung" in die Spiralrhetorik™ steht Ihnen hier zum Download bereit.